|
|
Bagan

In Bagan bietet sich einem der wohl beeindruckendste Anblick
Myanmars, wenn nicht ganz Südostasiens. Über 40 Quadratkilometer
erstreckt sich die Ebene von den Ufern des Ayeyarwaddy (Irrawaddy)
in das Land und ist bedeckt mit tausenden von Stupas und Tempeln. In
jeder Richtung erblickt man Tempel und Ruinen in allen Größen. Bagan
steht gleichauf mit den anderen Sehenswürdigkeiten Südostasiens wie
Angkor Wat in Kambodscha und Borobudur in Indonesien.
Die Geschichte Bagans beginnt im Jahre 107 und endet erst im
Jahre 1369. In diesen mehr als 1260 Jahren erlebte es 55 Regenten.
Alte Chroniken berichten, das die Ebene einst mit 4446 Tempeln
bedeckt war, bis heute sind davon noch 2230 erhalten, wie die
jüngsten Zählungen ergeben haben.
Obwohl die Regentschaften Bagans bis fast in die Zeit um Christi
Geburt zurückreichen, beginnt die goldene Zeit Bagans erst mit der
Eroberung von Thaton im Jahre 1057. Nur 200 Jahre später, im Jahre
1287, wurde Bagan verlassen und von den Tartaren unter der Führung
von Kublai Khan überrannt. Aber in diesen 200 Jahren erfolgte eine
beeindruckende Bautätigkeit ohne Gleichen.
Bagans Vorherrschaft begann mit der Thronbesteigung Anawrahtas im
Jahre 1044. Zu dieser Zeit sandte Manuha, der Herrscher der Mon, von
Thaton aus einen Mönch um Anawrahta zum Buddhismus zu bekehren.
Anawrahta bat daraufhin um die Übersendung heiliger Schriften und
anderer wichtiger Reliquien. Als Manuha dies aus Zweifel an der
Tiefe der Gläubigkeit Anawrahtas verweigerte, marschierte dieser mit
seiner Armee nach Süden und eroberte Thaton. Von dort brachte er
alles Wertvolle mit zurück nach Bagan, insbesondere jedoch 32
Ausgaben der Heiligen Schriften des Buddhismus, die Mönche, die
Architekten und auch Manuha, den König der Mon, und somit deren
gesamten Wissensschatz. Daraufhin begann unter Anawrahta eine
immense Bautätigkeit. Unter anderem wurde von ihm die wundervolle
Shwezigon Pagode errichtet, die als Prototyp aller späteren
burmesischen Stupas gilt. Das Schicksal Bagans wart besiegelt, als
letzte bedeutende Herrscher Bagans aus Furcht vor einer Invasion
durch die Armeen Kublai Khans die Stadt verließ. In der Folge wurden
zahlreiche Tempel niedergerissen und die Stadt aufgegeben.
1975 wurde Bagan von einem starken Erdbeben erschüttert. Zuerst
wurde befürchtet, dass die fast 1000 Jahre alten, wundervollen
Bauwerke verloren seien. Obwohl viele Tempel schwer beschädigt
waren, stellte sich zum Glück heraus, dass die Schäden größtenteils
behebbar waren. Der Wiederaufbau und die Rekonstruktion wurde sofort
in Angriff genommen und ist heute nahezu abgeschlossen.
Nur wenige, kleine Dörfer auf dem Gebiet des einst mächtigen Bagan
sind heute die Überreste seiner großartigen Geschichte.
Bagan bietet großzügige und komfortable Unterkunftsmöglichkeiten
entlang des Ayeyarwaddy, wo man nach einem langen Tag voller
Besichtigungen bei einem wundervollen Blick auf den vorbeiziehenden
Strom entspannen kann. Bagan ist darüber hinaus berühmt als das
Zentrum Myanmars für Lackarbeiten. Man kann zusehen, wie erfahrene
Meister in monatelanger Arbeit Ihre Kunstwerke erzeugen.
|